Die Zahnentwicklung
Kurzinfo
Die ersten Zähne erscheinen in der Regel zwischen dem sechsten und achten Monat, es sind die Schneidezähne. Danach folgen fast immer ab dem 12. bis 16. Monat die Eckzähne und in mehrmonatigen Abständen die Milch-Mahlzähne hinter den Eckzähnen und zwischen dem 20. und 40. Monat die hinteren Mahlzähne. Ungefähr im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchzahngebiss vollständig.
Milchzähne erfüllen wichtige Aufgaben, unter anderem als Wegbereiter und Platzhalter für die bleibenden Zähne oder für den Spracherwerb.
Zwischen dem 6. und 16. Lebensjahr vollzieht sich in der Regel der so genannte Zahnwechsel. Das Gebiss setzt sich in dieser Phase aus noch vorhandenen Milchzähnen und aus neu erschienenen bleibenden Zähnen zusammen. Der Wechsel beginnt mit etwa sechs Jahren mit dem „Sechsjahrmolaren“. Danach brechen die vorderen ersten Schneidezähne durch, es folgen die seitlichen Schneidezähne. Ungefähr nach einer einjährigen Pause kommt es zur zweiten Phase des Zahnwechsels: Zwischen dem 9. – 10. Lebensjahr erscheinen die vorderen (kleinen) Backenzähne und die Eckzähne und danach, mit etwa 12 Jahren, die zweiten bleibenden (großen) Backenzähne. Ab dem 16. Lebensjahr (oft auch viel später) folgen dann noch die dritten Backenzähne (die sogenannten Weisheitszähne).
Zu einem komplikationsfreien Zahnwechsel kann man unter anderem durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine intensive Zahnpflege und bei einem frühen Milchzahnverlust durch Lückenhalter beitragen.
Die Milchzähne
Aufbau und Entwicklung des Milchzahngebisses
Das Milchgebiss besteht aus insgesamt 20 Zähnen: Im Ober- und im Unterkiefer finden sich jeweils zwei Schneidezähne, zwei seitliche Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Mahlzähne.
Im Alter von ungefähr sechs Monaten erscheinen bei Babys die ersten Zähnchen: In der Regel brechen die Schneidezähne zwischen dem sechsten und achten Monat durch, danach folgen fast immer ab dem 12. bis zum 16. Monat die Eckzähne. Die Milch-Mahlzähne hinter den Eckzähnen folgen zwischen dem 15. und 20. Lebensmonat. Als letzte Zähne des Milchgebisses treten die hinteren Mahlzähne hervor. Für sie ist es zwischen dem 20. und 40. Monat so weit.
Allgemein gilt: Ungefähr im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchzahngebiss vollständig. Die Anlagen für die bleibenden Zähne sind dann ebenfalls bereits vorhanden.
Besonderheiten und Aufgaben der Milchzähne
- Die wichtigste Funktion ist die Nahrungszerkleinerung.
- Milchzähne sind Wegbereiter und Platzhalter für die später erscheinenden bleibenden Zähne. Sie füllen den Platz im Kiefer zunächst aus, die bleibenden Zähne können später problemlos durchbrechen. Ist ein Milchzahn beispielsweise überhaupt nicht gewachsen, kann der Durchbruch der bleibenden Zähne zu Schmerzen führen oder es entstehen Engstände. In diesem Fall sollten zum Beispiel so genannte Platzhalter eingesetzt werden, die die Funktion der Milchzähne übernehmen.
- Muss ein Milchzahn gezogen werden, weil sich eine Karies zu sehr ausgebreitet hat, oder weil das Kind durch z. b. einen Sturz einen Milchzahn verloren hat, wachsen die verbliebenen Milchzähne schief in die entstandene Lücke hinein. So lassen sie keinen Platz mehr für die bleibenden Zähne. Dies kann kieferorthopädische Behandlungen nach sich ziehen. Um dies zu vermeiden, helfen auch hier Platzhalter.
- Die vorderen Milchzähne erfüllen zusätzlich eine wichtige Funktion beim Spracherwerb des Kindes. Fehlen die Frontzähne, kann das Kind Schwierigkeiten haben, die Zischlaute S, Sch oder Z zu erlernen.
Zahnwechsel und Wechselgebiss
Der so genannte Zahnwechsel vollzieht sich in der Regel zwischen dem 6. und 16. Lebensjahr. In dieser Zeit setzt sich das Gebiss sowohl aus noch vorhandenen Milchzähnen als auch aus bleibenden Zähnen zusammen, man spricht vom Wechselgebiss.
Ab unserer Geburt wächst und entwickelt sich unser Körper. Auch die Kieferknochen wachsen mit und das ausgeglichene Verhältnis zwischen Kiefergröße und Zahnzahl und -größe geht verloren. Durch den Zahnwechsel gleicht unser Körper dieses Ungleichgewicht aus.
Schon von Geburt an sind die bleibenden Zähne mit angelegt und entwickeln sich im Kieferknochen. Ist die Zahnkrone dieser Zähne vollständig ausgebildet, beginnen Zellen mit dem Abbau der Milchzahnwurzeln. Die Milchzähne werden locker und beginnen heraus zu fallen.
Die zeitliche Abfolge des Zahnwechsels
Der Zahnwechsel beginnt mit dem Durchbruch des „Sechsjahrmolaren“ im Alter von etwa sechs Jahren. Er erscheint hinter dem letzten Backenzahn des Milchzahngebisses. Er ist ein so genannter Zuwachszahn, da er keinen Milchzahn ersetzt, sondern einen neu entstandenen Raum einnimmt.
Mit etwa sieben Jahren brechen die vorderen ersten Schneidezähne durch. Sie ersetzen die Milchschneidezähne und werden daher als Ersatzzähne bezeichnet. Es folgen die seitlichen Schneidezähne mit ca. 8 Jahren. Dabei erscheinen die Zähne im Unterkiefer etwas früher als die im Oberkiefer.
Ungefähr nach einer einjährigen Pause kommt es zur zweiten Phase des Wechselgebisses. Zwischen dem 9. und 10. Lebensjahr erscheinen die Eckzähne und die vorderen Backenzähne (Prämolaren). Die Prämolaren ersetzten die Milchbackenzähne. Der zweite bleibende Backenzahn bricht dann mit ca. 12 Jahren durch und ist wieder ein Zuwachszahn. Er füllt den Raum aus, der durch das Kieferwachstum neu entstanden ist. Ab dem 16. Lebensjahr (oft auch viel später) beginnen die dritten Backenzähne herauszuwachsen. Sie werden wegen ihrer späten Durchbruchszeit auch Weisheitszähne genannt.
Welche Probleme können auftreten?
Die Wechselgebissphase findet in der größten Wachstumsphase des Menschen statt. Viele Faktoren müssen zusammen funktionieren, damit sich ein korrektes bleibendes Gebiss entwickelt. Bei der Wechselgebissphase kann es daher zu Begleitsymptomen, zu Problemen für den bleibenden Zahn und zu Fehlstellungen kommen.
Die Milchzähne erfüllen auch die Aufgabe von Platzhaltern für die später erscheinenden bleibenden Zähne. Kommt es zu einem frühzeitigen Verlust, kann es zu Platzmangel kommen, der ein korrektes Erscheinen der bleibenden Zähne behindert. Platzmangel führt in den meisten Fällen zu Fehlstellungen. Teilweise werden die Zähne auch im Durchbruch behindert und können nicht mit der gesamten Zahnkrone erscheinen.
Manchmal kommt es vor, dass bleibende Zähne nicht erscheinen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Der bleibende Zahn kann zum Beispiel mit dem Kieferknochen verwachsen sein. Häufig sind einzelne Zähne gar nicht erst angelegt. Der Milchzahn kann so nicht ausfallen.
Oft kann es im Bereich an dem der bleibende Zahn erscheint, zu Zahnfleischentzündungen kommen. Besonders der Weisheitszahn ist häufig davon betroffen. Man spricht dann von einem erschwerten Zahndurchbruch.
Wie kann man zum komplikationslosen Zahnwechsel beitragen?
Die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sind in der Phase des Zahnwechsels sehr wichtig. Werden eventuelle Komplikationen früh erkannt, können schwerwiegende Folgen für die bleibenden Zähne vermieden werden. Durch die regelmäßige Kontrolle und Röntgen-Übersichtsaufnahmen können Nichtanlagen oder Hindernisse erkannt werden.
Während des Zahnwechsels zwischen dem 6. und 16. Lebensjahr ist eine intensive Zahnpflege wichtig. Dadurch wird das Risiko für eine Karies der bleibenden Zähne verringert und Zahnfleischentzündungen vorgebeugt.
Neben den regelmäßigen Zahnarztbesuchen kann man auch selbst regelmäßig kontrollieren, ob die Zähne zeitgerecht und komplikationslos erscheinen. Vermuten Sie Probleme, sollten Sie in unsere Praxis kommen.
Erscheinen die bleibenden Zähne nicht direkt unter dem Milchzahn, kann dieser in zweiter Reihe verbleiben. Der störende Zahn kann problemlos entfernt werden, um zusätzliche Schmutznischen für Zahnbeläge zu vermeiden. Auch ein sehr früher Milchzahnverlust kann die Wechselgebissphase erschweren und zu Problemen führen. Durch Lückenhalter kann man dazu beitragen, dass es nicht zu einem Platzmangel für die bleibenden Zähne kommt.
Zahnende Babys und worauf Eltern achten sollten
Wenn Babys mit rund sechs Monaten mit dem Zahnen beginnen, zeigt sich dies oft an geröteten, dickeren Wangen oder dadurch, dass die Kinder unruhig sind und „quengeln“. Unter Umständen haben sie dabei auch eine erhöhte Körpertemperatur. Diese kann jedoch auch durch eine zufällig mit dem Zahnen zusammenfallende Infektion hervorgerufen sein. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollten Sie daher Ihren Kinderarzt informieren. Manche Säuglinge wiederum haben kaum Schmerzen, wenn ihnen die ersten Zähnchen wachsen.
So können Sie Ihrem Kind helfen:
Salben aus der Apotheke
In Apotheken erhalten Sie für Babys geeignete Salben, die die Schmerzen beim Zahnen lindern. Fragen Sie bei Bedarf auch nach homöopathischen Mitteln. Mit den Salben wird das Zahnfleisch Ihres Kindes eingecremt. Allerdings sollten sie sparsam und am besten nur abends vor dem Schlafengehen verwendet werden. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrem Kinderarzt nach dem korrekten Gebrauch.
Zäpfchen
Nur für den Notfall und in Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt sind Fieber- und Schmerzzäpfchen zu empfehlen.
Ohne Medikamente
Sinnvoller als Schmerzmittel ist es in vielen Fällen, wenn Sie Ihr Baby auf den Arm nehmen, es wiegen, beruhigen und anderweitig ablenken.
Beißringe
Babys kauen mit Vorliebe auf Gegenständen herum. Zahnmediziner vermuten, dass dies damit zu tun hat, dass Säuglinge unbewusst ihre Zähne „massieren“, um die Schmerzen abzuschwächen und den Durchbruch der Zähne zu fördern. Dabei kann es jedoch passieren, dass sie sich im Mund verletzen: Manche Gegenstände weisen Kanten auf, darüber hinaus ist Spielzeug gelegentlich nicht farbecht.
Möchten Sie Ihrem Kind helfen, kaufen Sie einen griffigen, leichten Beißring. Bei guten Ringen löst der Speichel keinerlei Farbe ab und sie sind passend abgerundet. Beißringe aus Polyethylen oder Polypropylen können Sie Ihrem Kind bedenkenlos geben. Achten Sie beim Kauf darauf, dass auf der Verpackung die Vermerke „ohne Weichmacher“, „ohne Phtalat“ oder „PVC-frei“ stehen. Lassen Sie sich in der Apotheke oder der Drogerie beraten.
Alternativen zu Beißringen
Ist kein Beißring zur Hand, hilft auch ein Stück Möhre oder eine Brotrinde. Manche Eltern greifen auch zu Veilchenwurzeln, die man in Apotheken erhält. Achten Sie dabei darauf, die Wurzel regelmäßig auszukochen, da sich sonst Bakterien ansammeln.
Kinderprophylaxe
Milchzähne erfüllen neben der Nahrungszerkleinerung wichtige Aufgaben, unter anderem als Platzhalter für die später erscheinenden bleibenden Zähne. Daher ist es wichtig, von Anfang an auf Ihre Gesundheit zu achten und eine systematische Vorsorge zu betreiben.
Neben der eigenen Vorsorge zu Hause stellt die Kinderprophylaxe in der Zahnarztpraxis einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen dar.
Die erste Vorsorgeuntersuchung Ihres Kindes kann beispielsweise schon mit dem Erscheinen der ersten Milchzähne, also mit etwa einem halben Jahr, erfolgen. Ab etwa zwei Jahren sind halbjährliche Kontrolltermine zu empfehlen. Diese Termine sind wichtig, weil eventuelle Erkrankungen frühzeitig erkannt und Ihrem Kind oftmals aufwändigere Behandlungen und Schmerzen erspart bleiben.
Weitere Prophylaxemaßnahmen werden auf die jeweilige Entwicklungsstufe Ihres Kindes abgestimmt. Dazu gehören kindgerechte Zahnputzschulungen, intensive Zahnreinigungen zur Entfernung von Zahnbelägen, zahnhärtende Fluoridierungen oder der Kariesschutz von Backenzähnen durch Fissurenversiegelungen.
Häufige Fragen – FAQs
- Warum sind Vorsorgeuntersuchungen wichtig?
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind neben der täglichen Mundpflege und prophylaktischen Maßnahmen in der Praxis ein wichtiger Baustein der Vorsorge und damit Grundlage für gesunde Zähne im Kindes- und Erwachsenenalter.
- Bei den Untersuchungen wird nicht nur die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch, sondern auch die korrekte Zahnstellung kontrolliert. Weiterhin erlernen Kinder die richtige Zahnpflege und Sie als Eltern erfahren, worauf Sie bei der Mundhygiene Ihrer Kinder besonders achten sollten.
- Ist es schlimm, wenn Milchzähne Karies haben? Sie fallen doch sowieso bald aus.
- In der heutigen Zahnmedizin setzt man alles daran, Milchzähne zu erhalten. Denn sie besitzen wichtige Funktionen, unter anderem sind sie für die später erscheinenden bleibenden Zähne von Bedeutung.
- Die beste Möglichkeit, sie gesund zu halten, bietet eine systematische Vorsorge. Aber auch bei bereits erkrankten und gefährdeten Milchzähnen können viele Möglichkeiten ausgeschöpft werden: Von einer Kariesbehandlung bis (in Einzelfällen) zu Kronen oder Wurzelbehandlungen.
- Milchzähne sind anfälliger für Karies als die bleibenden Zähne. Da ihr Zahnschmelz dünner als bei Erwachsenenzähnen ist, können Kariesbakterien schnell über die darunter liegende Schicht (das Zahnbein oder „Dentin“) weiter in das Zahninnere (das Zahnmark oder „Pulpa“) gelangen und es entzünden.
- Neben den Schmerzen stellt diese Entzündung eine gesundheitliche Belastung für den jungen Körper dar. Sie kann zu Durchfall und Infektanfälligkeit führen. Dringt die Entzündung bis zur Wurzelspitze des Zahnes vor, kann es sogar zu Schäden am nachrückenden bleibenden Zahn kommen.
- Ist der Milchzahn zu stark geschädigt und muss entfernt werden, wird oft eine spezielle Zahnspange angepasst, die als Platzhalter dient. Häufig wird auch ein „Lückenhalter“ eingesetzt, der die Nachbarzähne daran hindert, sich zu verschieben.
- Dies ist notwendig, weil Milchzähne eine wichtige Platzhalterfunktion für die nachkommenden bleibenden Zähne erfüllen. Fallen sie zu früh aus, wachsen die nachrückenden Zähne häufig schief bzw. an der falschen Stelle heraus. Unter Umständen kann dann eine korrigierende kieferorthopädische Behandlung notwendig sein. Bei zu früh ausgefallenen Schneidezähnen kann es zudem zu Problemen bei der Sprachentwicklung kommen, insbesondere bei S- und Z-Lauten.
- Muss man Zähne nach einer Flouridierung überhaupt noch putzen?
- Fluorid härtet zwar den Zahnschmelz und hilft somit Zähne zu schützen. Unerlässlich ist jedoch das Entfernen der täglich neu entstehenden Bakterienbeläge durch eine sorgfältige tägliche Mundhygiene. Beläge sind die Hauptursache für Karies und Zahnfleischerkrankungen. Werden sie nicht regelmäßig (mindestens zweimal täglich) entfernt, sind Erkrankungen kaum zu verhindern.
- Was kann ich tun, damit mein Kind keine weißen „Fluoroseflecken“ bekommt?
- Eine Fluorose ist Folge einer dauerhaften Überdosierung mit Fluorid. Sie zeigt sich oft durch weiße Flecken auf den Zähnen, ist in aller Regel aber gesundheitlich unbedenklich.
- Wir achten darauf, dass die Zähne Ihres Kindes einerseits ausreichend mit Fluorid versorgt sind, andererseits aber eine Überdosierung vermieden wird. Fuoridtabletten werden beispielsweise meist nur nach vorhergehender Untersuchung und Befragung bezüglich der Fluoridaufnahme Ihres Kindes und bei erhöhtem Kariesrisiko verordnet. Faktoren, die für uns dabei wichtig sind: Das Alter Ihres Kindes, der Fuoridgehalt Ihres Trinkwassers und die Verwendung von fluoridhaltigen Zahnpflegeprodukten, Salz oder Speisen.
- Kann eine Fissurenversiegelung durchgeführt werden, wenn der entsprechende Zahn von Karies befallen ist?
- Bei einer Karies im frühen Stadium wird diese vor der Versiegelung entfernt. Ist die Kariesschädigung fortgeschritten, ist manchmal eine Füllung die bessere Lösung. Wir prüfen vorab sorgfältig, welche der genannten Maßnahmen für den jeweiligen Zahn angemessen ist.
- Muss eine Versiegelung irgendwann erneuert werden?
- Fissurenversiegelungen weisen eine extrem lange Haltbarkeit auf. Es gibt keinen pauschalen Zeitraum, nach dem eine Versiegelung erneuert werden muss.
- Bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird routinemäßig geprüft, ob die Versiegelung noch gut mit dem Zahn abschließt und intakt ist. Sollte sie abgenutzt oder undicht sein, kann sie erneuert werden.
- Kann eine Versiegelung herausfallen?
- Die Fissurenversiegelung haftet sehr fest im Zahn und wird abschließend poliert, damit ein guter Abschluss mit der Zahnform und eine ebenmäßige Zahnoberfläche entsteht. Ein Herausfallen der Versiegelung ist nahezu unmöglich. Genau wie Füllungen kann die Versiegelung allerdings im Lauf der Jahre beschädigt oder undicht werden. Daher wird sie bei den regelmäßigen Vorsorgeterminen kontrolliert.
Fissurenversiegelung
Fissuren sind Furchen und Grübchen auf den Kauflächen der Backenzähne. Wenn sie tiefer sind, ist die Entfernung von Belägen aus den Fissuren schwierig. Die Borsten der Zahnbürste reichen nicht hinein.
So können sich Nahrungsreste und bakterielle Beläge festsetzen und zu Karies führen. Daher ist es in vielen Fällen sinnvoll, die Fissuren zu versiegeln.
Eine Fissurenversiegelung ebnet die Kauflächen und erleichtert dadurch die Zahnpflege mit der Bürste. Bakterielle Beläge finden kaum noch Nischen, in denen sie anhaften können. Die entsprechenden Zähne werden langfristig vor Karies geschützt.
Wie erfolgt eine Versiegelung?
- Zunächst wird der Zahn gründlich gereinigt und trockengelegt. Damit der Kunststoff möglichst gut haftet, wird die Zahnoberfläche ein wenig angeraut.
- Dann wird der zunächst flüssige Kunststoff in die Fissuren eingefüllt und mit Licht gehärtet.
- Anschließend wird die Oberfläche poliert, damit sie glatt ist und gut mit der umgebenden Zahnsubstanz abschließt.
- Zum Abschluss wird geprüft, ob sich die Versiegelung harmonisch in den Biss einfügt, bei Bedarf wird sie korrigiert.
Die Fissurenversieglung ist schmerzfrei und wird bei einem Zahn innerhalb weniger Minuten durchgeführt. Bei den regelmäßigen Vorsorgeterminen werden die Versiegelungen kontrolliert und gegebenenfalls nach einigen Jahren erneuert.
Wann wird eine Fissurenversiegelung durchgeführt?
Bei Kindern sollten die bleibenden Backenzähne im Rahmen der Kinderprophylaxe vorsorglich schon bald nach ihrem Erscheinen versiegelt werden. Das ist etwa ab dem sechsten Lebensjahr der Fall. Darüber hinaus ist eine Fissurenversiegelung auch bei Erwachsen mit einem erhöhten Kariesrisiko sinnvoll.
Unser Hinweis dazu:
Sie werden ausführlich dazu beraten, ob eine Fissurenversiegelung für Ihr Kind oder für Sie selbst zu empfehlen ist.
Fluoridierung
Fluoride sind Minerale des Elements Fluor. Sie werden in den Zahnschmelz aufgenommen, härten ihn und erhöhen seine Widerstandsfähigkeit gegen Säuren, die durch Kariesbakterien entstehen. Fluoride können sogar Karies im Anfangsstadium (dann, wenn noch kein spürbares „Loch“ im Zahn entstanden ist), wieder rückgängig machen oder aufhalten.
Die natürliche Fluoridversorgung reicht jedoch dafür nicht aus. Daher ist eine zusätzliche Zufuhr ein wichtiger Bestandteil der Kariesprophylaxe. Es gilt als wissenschafltich erwiesen, dass sie in den letzten Jahrzehnten entscheidend zur Verbesserung der Zahngesundheit von Kindern beigetragen hat.
Grundsätzlich kann man Fluoride auf zwei Arten zuführen: Lokale Fluoridierungen werden direkt im Mund eingesetzt. Dazu gehören fluoridhaltige Zahnpasten, Mundspülungen, Fluoridgels und -lacke. Diese direkte Zufuhr wird nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen als die wirksamste eingestuft. Fluoride können aber auch „innerlich“ über Fluoridtabletten, die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden – etwa durch fluoridhaltiges Salz.
Schon vor dem Durchbruch des ersten Milchzahnes ist die Zufuhr von Fluorid wichtig. Säuglinge sollten von der Geburt an täglich 0,25 mg Fluorid in Tablettenform erhalten. Sobald der erste Milchzahn da ist, wird Kindern bis zum zwölften Lebensmonat eine Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid empfohlen. Falls eine fluoridfreie Zahnpasta verwendet wird, sollte das Kind weiterhin täglich eine Fluoridtablette (mit 0,25 mg Fluorid) einnehmen. Ab dem zwölften Lebensmonat wird die Supplementierung mittels Fluoridtabletten als nicht mehr ausreichend angesehen – spätestens jetzt sollte auf die fluoridhaltige Kinderzahnpasta zurückgegriffen werden.
Ein zusätzlicher Schutz kann durch regelmäßige Fluoridierungen in der Zahnarztpraxis erfolgen. Dabei werden die Zahnoberflächen mit einem Fluoridgel oder -lack bestrichen. Es wirkt einige Zeit ein, wobei die Fluoride in den Zahnschmelz aufgenommen werden.
Bei der Kombination von fluoridhaltigen Zahnpflegeprodukten oder Nahrungsmitteln kann die Menge des aufgenommenen Fluorids auch zu hoch sein. Eine dauerhafte Überdosierung kann zu weißen Flecken auf den Kinderzähnen führen, die aber in der Regel nur eine ästhetische Beeinträchtigung darstellen. Es ist demnach ratsam, bestimmte Fluoridhöchstmengen nicht für längere Zeit zu überschreiten.
Unser Hinweis:
Zur sinnvollen Fluoridversorgung Ihres Kindes beraten wir Sie individuell. Dabei berücksichtigen wir beispielsweise die bereits bestehende Fluoridzufuhr Ihres Kindes.
Vorsorgeuntersuchungen
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen Ihres Kindes haben eine wichtige Bedeutung zur Vermeidung von Karies und Zahnfleischproblemen. Je früher man entsprechende Erkrankungen erkennt, desto eher und einfacher können diese behandelt werden. Ihrem Kind bleiben außerdem oft Schmerzen erspart.
Weiterhin wird bei den Untersuchungen die Stellung der Zähne kontrolliert. Sind dabei Fehlstellungen festzustellen, können in vielen Fällen spätere aufwändige kieferorthopädische Behandlungen vermieden werden. Regelmäßige Zahnarztbesuche dienen auch dazu, eine vertrauensvolle Basis zwischen Kindern und Zahnarzt aufzubauen und die Besuche als etwas Selbstverständliches anzusehen.
Der beste Zeitpunkt für den ersten Zahnarztbesuch des Kindes ist nach dem Durchbrechen der ersten Milchzähne, also mit etwa einem halben Jahr. Im Mittelpunkt stehen dabei Hinweise und Tipps für Eltern. Sie erfahren wie Sie die Zähne ihres Kindes fachgerecht pflegen können. Denn die Zahnpflege als Teil der Kariesvorbeugung sollte schon ab den ersten Zähnen erfolgen.
Im Alter von etwa zwei Jahren sollten Kinder halbjährlich zur Vorsorgeuntersuchung kommen. Unter anderem wird dabei kontrolliert, ob die Zähne kariesfrei sind und die Zahnstellungen korrekt sind. Ab dem Vorschulalter wird den Kindern dabei auf einfache Weise erklärt, was Karies ist, wie sie entsteht und was sie selbst dagegen tun können.
Weitere Vorsorgemaßnahmen, die in Verbindung mit den routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden können, sind zum Beispiel das Sichtbarmachen von Zahnbelägen (dies dient insbesondere der Erklärung von geeigneten Putztechniken), intensive Zahnreinigungen sowie Fluoridierungen.
Unser Tipp:
Vor dem ersten eigenen Zahnarztbesuch sollte Ihr Kind schon ein oder mehrere Male bei einem Ihrer Termine dabei gewesen sein.
Mehr zum Thema:
So gewöhnen Sie Ihr Kind an den Zahnarztbesuch.
Zahnputzschulungen
Bei Zahnputzschulungen wird Kindern und Eltern alles Wichtige rund um die Zahnpflege und die Mundgesundheit erklärt. Dabei geht es vor allem darum, was eine Karies ist, wodurch sie entsteht und wie sie durch die sorgfältige tägliche Zahnpflege und eine zahngesunde Ernährung vermieden werden kann.
Eine gute Zahnputztechnik und der richtige Umgang mit Zahnseide werden ebenfalls kindgerecht eingeübt und gezeigt, an welchen Stellen sich besonders leicht Zahnbeläge ansammeln. Manchmal werden die Beläge dazu mit einem harmlosen Farbstoff angefärbt und sichtbar gemacht.
Gegebenenfalls werden die Zusammenhänge von Belägen, Karies und Zahnpflege durch Hilfsmittel wie übergroße Zahnbürsten, Zahn- und Gebissmodelle anschaulich demonstriert.
Mehr Informationen:
Das richtige ZähneputzenZahnreinigung
Ähnlich der professionellen Zahnreinigung (PZR) bei Erwachsenen, können auch die Zähne von Kindern gründlich gereinigt und von Belägen befreit werden.
Dazu findet außerdem eine Politur der Zahnoberflächen und der Zwischenräume durch spezielle Polierbürsten bzw. Polierkelche statt. Zum Abschluss erfolgt häufig eine Fluoridierung, durch die der Zahnschmelz gehärtet und so vor schädlichen Kariessäuren geschützt wird.
Vorteile der intensiven Reinigung:
- Hartnäckige bakterielle Beläge sind wie bei Erwachsenenzähnen die Hauptursache für Karies und Zahnfleischentzündungen. Diese werden insbesondere an schwer zugänglichen Stellen entfernt und so den genannten Erkrankungen vorgebeugt.
- Der Zahnschmelz wird gehärtet. Dies ist besonders bei den bleibenden Kinderzähnen mit ihrem weicheren Schmelz sinnvoll.
- Gerade bei festen Zahnspangen ist eine regelmäßige gründliche Zahnreinigung wichtig, weil die Zahnpflege im Bereich der Kontaktstellen der Spangen ein wenig erschwert ist.
Besuch beim Zahnarzt
Als Faustregel gilt: Bereits dann, wenn die ersten Milchzähne durchbrechen, sollten Sie einen ersten Zahnarztbesuch vereinbaren und sich über die Pflege der Milchzähne informieren lassen. Schon in dieser Phase können wir eventuelle Zahnprobleme feststellen und bei Bedarf frühzeitig mit einer Behandlung beginnen. Spätestens im Alter von zwei bis drei Jahren sind halbjährliche Kontrolltermine empfehlenswert.
Vor dem ersten Zahnarztbesuch ist es wichtig, dass Sie bei Ihrem Kind keine zusätzliche Angst hervorrufen. Vermeiden Sie es zum Beispiel, anderen Erwachsenen im Beisein Ihres Kindes eigene negative Erlebnisse zu schildern oder unbewusst eine eigene Zahnarztangst zu zeigen, auch wenn es schwerfällt. Je mehr Sicherheit Sie selbst ausstrahlen, umso entspannter wird Ihr Kind mit der ungewohnten Situation umgehen. Unser Tipp: Nehmen Sie Ihr Kind einfach mit in die Praxis, wenn Sie einen eigenen Routinetermin haben. Dann lernt es ganz unverfänglich die Atmosphäre und das Mitarbeiterteam kennen.
Ihr Kind lässt sich bei der ersten Untersuchung nicht in den Mund schauen? Geben Sie ihm Zeit und versuchen Sie mit unserer Hilfe sein Vertrauen in die Behandlung zu gewinnen. Vielleicht verläuft der nächste Versuch dann schon reibungsloser. Für die Kleinen ist es meist unangenehmer als für Erwachsene, den Mund zu öffnen und die Zähne von einer fremden Person begutachten zu lassen.
Nach einem erfolgreich absolvierten Zahnarztbesuch können Sie Ihr Kind durchaus auch einmal loben. So verbindet es den Besuch mit einem Erfolgserlebnis.
Wie gewöhne ich mein Kind an den Zahnarzt?
Sobald die ersten Zähnchen durchgebrochen sind, sollten Sie in unserer Praxis regelmäßig die Zahnentwicklung Ihres Kindes kontrollieren lassen, um eventuelle Erkrankungen zu erkennen und diese gebenenfalls frühzeitig behandeln zu können.
Wir können Ihnen Tipps geben, wie Sie die Zähne Ihres Kindes richtig pflegen und was sie beispielsweise bei der Versorgung mit Fluorid beachten müssen. Ist Ihr Kind später alt genug, zeigen wir ihm, wie und wann es zur Zahnbürste greifen soll.
Vor der Untersuchung
Sprechen Sie in Gegenwart Ihres Kindes nicht über eventuelle negative Erfahrungen, die Sie bei einem Zahnarztbesuch gemacht haben. Versuchen Sie auch, sich nicht anmerken zu lassen, wenn Sie Angst vor einem Zahnarztbesuch haben. Kinder nehmen mehr auf, als Erwachsene denken. Von Ihnen unbeabsichtigt, übernimmt Ihr Kind Ihre negativen Erfahrungen und überträgt sie vorab auf seinen Zahnarztbesuch – auch wenn es selbst bisher noch nie Zahnschmerzen oder unangenehme Erlebnisse beim Zahnarzt hatte.
Da das Thema „Zahnarzt“ in Gesprächen oft negativ belastet ist, sollte Sie darauf achten, wertfrei über die Zahnarztbesuche zu sprechen. Auch Ihre Körpersprache, also Gesten und Mimik, spielt dabei eine Rollle. Denn Kinder erleben Angstsituationen unmittelbarer als Erwachsene.
Je weniger Angst und je mehr Sicherheit Sie selbst ausstrahlen, desto entspannter wird auch Ihr Kind mit der noch ungewohnten Situation umgehen. Vermeiden Sie möglichst Aussagen wie „Du brauchst keine Angst zu haben“ oder „Das tut gar nicht weh“. Kinder registrieren oft nur bestimmte Schlüsselworte und bringen sie erst auf die Idee, dass ein Zahnarztbesuch mit Schmerzen verbunden sein könnte.
Der erste Besuch
Kommen Sie mit Ihrem Kind am besten nicht erst dann in unsere Zahnarztpraxis, wenn ein akutes Problem besteht. Nehmen Sie es schon zu Ihren eigenen Terminen mit, um es an die noch fremde Umgebung zu gewöhnen. Auf diese Weise können Kinder spielerisch die Geräte und vor allem unsere zunächst fremden Praxismitarbeiter(innen) kennenlernen. Erzählen Sie Ihrem Kind bereits vor Ihrem Besuch etwas darüber, was wir tun, von unseren Mitarbeitern, wie die Einrichtung aussieht und wofür eine Behandlung gut ist. Beachten Sie dabei, dass Ihr Kind möglichst keine aufwändigeren Behandlungen miterleben sollte, sondern nur einfache Kontrolltermine.
Den ersten eigenen Zahnarzttermin sollte Ihr Kind schon dann wahrnehmen, wenn die ersten Milchzähne durchbrechen. Besprechen Sie dies im Vorfeld mit uns, wir stellen uns dann auf Ihre Tochter bzw. Ihren Sohn ein. Spätestens im Alter von zwei bis drei Jahren sind dann halbjährliche Kontrolltermine empfehlenswert.
Kommt ein Geschwisterkind oder ein Spielkamerad beim ersten richtigen Besuch mit und lässt sich eventuell vorher untersuchen, kann dies eine beruhigende Wirkung auf Ihr Kind ausüben. Es stellt fest, dass die Kontrolle etwas ganz Normales ist.
Ihr Kind lässt sich bei der ersten Untersuchung nicht in den Mund schauen? Geben Sie ihm Zeit und versuchen Sie mit unserer Hilfe sein Vertrauen in die Behandlung zu gewinnen, vielleicht verläuft der nächste Versuch dann schon reibungsloser. Für die Kleinen ist es noch unangenehmer als für Erwachsene, den Mund zu öffnen und die Zähne von einer fremden Person begutachten zu lassen.
Ist eine Behandlung notwendig, sollten Sie Ihr Kind behutsam auf eventuelle Schmerzen vorbereiten. Erklären Sie ihm – oder lassen Sie es ihm durch uns erklären – , was wir tun, wofür die Behandlung gut ist und dass die Betäubungsspritze einen kleinen kurzen Schmerz verursacht, der aber bald wieder verschwindet.
Nach der Untersuchung
Ist die Untersuchung vorbei, dürfen Sie Ihr Kind durchaus für seine Tapferkeit loben. So verbindet es den Besuch mit einem persönlichen Erfolgserlebnis. Das trägt dazu bei, dass sich Ihr Kind bald an seine regelmäßigen Zahnarztbesuche gewöhnt.
Wann muss mein Kind zum Zahnarzt?
Bereits dann, wenn die ersten Milchzähne durchbrechen, sollten Sie einen ersten Zahnarztbesuch vereinbaren und sich über die Pflege der Milchzähne informieren lassen. Wir haben auf diese Weise die Möglichkeit, die gesunde Entwicklung der Kinderzähne zu kontrollieren und wenn nötig mit einer Behandlung zu beginnen. Spätestens im Alter von zwei bis drei Jahren sind halbjährliche Kontrolltermine empfehlenswert.
Wir informieren Sie bei Ihrem ersten Besuch außerdem über den Fluoridbedarf von Kinderzähnen, erklären Ihnen, wie Sie Ihrem Kind am besten bei der Mundpflege helfen können und was sie bei der Ernährung beachten sollten. Wenn es alt genug ist, können wir diese Aspekte direkt und kindgerecht mit ihm besprechen.
Ihr Kind sollte Zahnarztbesuche möglichst als etwas Normales empfinden und nicht mit Schmerzen in Verbindung bringen. Der erste Besuch sollte eine möglichst neutrale Erfahrung sein. Suchen Sie uns also am besten auf, bevor Ihr Kind über Schmerzen klagt. Erklären Sie Ihrem Kind, warum der Besuch in unserer Praxis so wichtig ist, gehen Sie mit gutem Beispiel voran und lassen Sie sich selbst auch regelmäßig untersuchen. Eine positive Haltung Ihres Kindes gegenüber der zahnärztlichen Behandlung erhöht die Chance, dass es auch als Erwachsener regelmäßig seine Zähne untersuchen lässt.
Die Zahnpflege bei Kindern
Kurzinfo
Wie bei Erwachsenen stellt die eigene Vorsorge (Prophylaxe) bei Kindern den wohl wichtigsten Baustein zur Vermeidung von Karies und Zahnfleischerkrankungen dar.
Sie sollte möglichst von Anfang an – mit Erscheinen der ersten Milchzähne – beginnen. Selbstständig können Kinder ihre Zähne meist erst dann putzen, wenn sie gelernt haben, flüssig zu schreiben.
Zum Putzen sollte zunächst eine spezielle Kinderzahnpasta und etwa ab dem sechsten Lebensjahr eine normale Pasta benutzt werden.
Neben dem Zähneputzen ist eine zahngesunde Ernährung zur Vermeidung von Zahnerkrankungen wichtig. Es gibt Nahrungsmittel, die die gesunde Entwicklung von Zähnen und Zahnfleisch fördern. Zahngesund bedeutet weiterhin, den Konsum vor allem von Zucker einzuschränken. Die Häufigkeit ist dabei jedoch entscheidender als die absolute Menge.
Zahngesunde Ernährung für Kinder
Neben der gründlichen Mundhygiene ist auch eine zahngesunde Ernährung zur Vermeidung von Zahnerkrankungen wie Karies wichtig. Dies gilt besonders für Milchzähne, denn sie sind anfälliger für Karies als die bleibenden Zähne.
Folgende Grundregeln haben sich bewährt:
Feste Nahrungsmittel
- Für Säuglinge und Kleinkinder gilt dasselbe wie für Erwachsene: Zu viel und vor allem ein zu häufiger Genuss von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Lebensmitteln ist schädlich für die Zahngesundheit.
- Honig enthält übrigens auch viel Zucker und schädigt daher ebenfalls die Zähne.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht den ganzen Tag Süßigkeiten isst oder süße Getränke trinkt. Für die Zähne ist es besser, mehrere Stückchen Schokolade oder ein ganzes Glas Limonade auf einmal zu sich zu nehmen, statt häufig ein kleines bisschen davon. Die permanente Zuckerzufuhr schädigt mehr als das einmalige Essen oder Trinken derselben Menge.
- Zu Lebensmitteln, die die Zähne und den Kauapparat kräftigen und damit zum guten Wachstum beitragen, zählen zum Beispiel Gemüseschnitzel und Vollkornprodukte.
- Allgemein sollten Sie bei Ihrem Kind viel Wert auf eine vollwertige Kost legen, die viel Kalzium, Vitamin D und Phosphor enthält. Diese Bestandteile dienen dazu, Zähne und Knochen aufzubauen und zu erhalten. Sie finden sich vor allem in Obst, frischem Gemüse, Vollkornprodukten, Milch, Fleisch und Fisch.
- Um Ihren Kindern den Heißhunger auf Süßes zwischen den Mahlzeiten zu nehmen, können Sie zusätzliche kleine Essenszeiten mit zahngesunden Lebensmitteln einplanen. Geben Sie Ihrem Kind Obst (zum Beispiel Apfelschnitzel) oder Gemüse (Paprikastreifen, Gurken- und Karottenstückchen usw.) in mundgerechten Häppchen. Quark eignet sich dabei gut als Dip.
- Müsliriegel, Müsli, Vollkorn-Cornflakes und Co. enthalten neben Vollkornflocken meist auch viel Zucker. Achten Sie beim Kauf auf zuckerarme Produkte oder stellen Sie einmal selbst Müsliriegel her, die wenig oder gar keinen zusätzlichen Zucker enthalten.
- Neben Zucker sind auch andere leicht verwertbare Kohlenhydrate eine willkommene Nahrung für Kariesbakterien. Sie sind zum Beispiel in Chips und Backwaren wie hellen Brot- und Brötchensorten sowie Gebäck enthalten.
- Es gibt spezielle Süßigkeiten, die Zuckerersatzstoffe anstelle von Zucker enthalten und daher zahnfreundlicher sind. Diese erkennen Sie am „Zahnmännchen“, einem roten Zeichen mit weißem Zahn und Regenschirm.
Getränke
- Gesüßte Getränke in der Nuckelflasche sind für die Zahngesundheit Ihres Kind zahnschädlich. Geben Sie Ihrem Kind ungesüßte Kräutertees oder Wasser zu trinken. Achten Sie auch bei gekauften Produkten wie Fertigtees darauf, dass sie zuckerfrei sind. Früher gab es viele Fälle einer „Babyteekaries“ (auch „Zuckerteekaries“ oder „Nuckelflaschenkaries“). Nachdem vor einigen Jahren entsprechende Empfehlungen ausgesprochen wurden, enthalten Babytees heute viel weniger oder gar keinen Zucker mehr.
- Auch das ständige Nuckeln von zuckerfreien Getränken kann Karies hervorrufen. Durch die andauernde Flüssigkeitszufuhr wird der Speichel im Mund immer wieder verdünnt. Speichel hat aber durch die in ihm enthaltenen Mineralstoffe eine Schutzfunktion für Zähne. Nutzen Sie die Nuckelfalsche also am besten nicht im Dauereinsatz. Geben Sie Ihrem Kind nur dann zu trinken, wenn es durstig ist.
- Nicht empfehlenswert ist außerdem der ständige Verzehr von natürlichen Fruchtsäften. Sie sind zwar gesund, enthalten aber fruchteigenen Zucker und Fruchtsäure, die den Zahnschmelz angreifen können. Fruchteigener Zucker ist übrigens auch dann enthalten, wenn das Etikett erklärt, dass ein Fruchtsaft keine Zuckerzusätze enthält.
- Der Zuckergehalt ist auch eine Frage der Gewöhnung. Hat sich Ihr Kind bereits an gesüßte Getränke gewöhnt, wenden Sie einen Trick an: Verdünnen Sie den Saft nach und nach mit einer immer größeren Menge Wasser.
Häufige Fragen – FAQs
- Ab welchem Alter kann sich mein Kind die Zähne selbst putzen?
- Wenn Sie Ihrem Kind im Alter von etwa zwei Jahren die erste Zahnbürste in die Hand geben, besteht das „Putzen“ zunächst meist nur in einem horizontalen „Schrubben“.
- Sie sollten in diesem Alter in jedem Fall den Putzvorgang überwachen und die Zähnchen anschließend nachputzen. Wichtig ist, dass Sie schrittweise versuchen, Ihrem Kind eine richtige Putztechnik nahe zu bringen. Ungefähr ab einem Alter von 4 Jahren ist ein Kind in der Lage, kreisende und senkrechte Putzbewegungen durchzuführen. Erst mit fünf bis sechs Jahren kann es eine systematische Zahnputztechnik, wie die KAI-Methode, erlernen.
- In der Regel gilt: Bis zum Schuleintritt sollten Eltern die Zähne ihrer Kinder nachputzen.
- Welche Zahnpasta soll ich für mein Kind verwenden?
- Kaufen Sie für Ihr Kleinkind eine spezielle Kinderzahnpasta mit einem entsprechend reduzierten Fluoridgehalt (etwa 500 ppm bzw. 0,05 Prozent Fluorid). Sie ist besser für Kleinkinder geeignet, da sie oft noch nicht den kompletten Schaum ausspucken, sondern einen Teil davon verschlucken. Wird Fluorid im Kindesalter in größeren Mengen aufgenommen, kann es z.B. zu weißen Flecken auf den Zähnen führen. Außerdem sind die Kinderzahnpasten dem kindlichen Geschmack angepasst und weniger scharf als Erwachsenenzahnpasten.
- Ab dem sechsten Lebensjahr sind die Kinder bereits geschickt genug und können eine Zahnpasta mit normalem Fluoridgehalt (1000 bis 1500 ppm bzw. 0,1 bis 0,15 Prozent) benutzen.
- Muss ich vor der Schwangerschaft Maßnahmen ergreifen, wenn ich Karies oder eine Parodontitis habe?
- Vor und während einer Schwangerschaft ist es in jedem Fall sinnvoll, Ihre Mundgesundheit untersuchen zu lassen. Eine Parodontitis (eine Entzündung des Zahnhalteapparates oder Zahnbettes) sollte unbedingt vorher behandelt werden, da die Erkrankung (in seltenen Fällen) eine Schwangerschaft negativ beeinflussen kann. Eine eventuell vorhandene Karies sollte ebenfalls behandelt werden.
- Einige Behandlungen können während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden. Dazu beraten wir Sie individuell.
- Gesunde Zähne sind darüber hinaus sehr wichtig, um eine Übertragung von Kariesbakterien auf den Mund Ihres Kindes zu vermeiden: Je weniger Bakterien Ihre Mundhöhle enthält, umso geringer ist auch das Risiko für Ihr Kind.
- Kann es sein, dass mein Kind gar keine Zähne bekommt?
- Falls Ihr Kind im Alter von sechs Monaten noch nicht zahnt, ist das kein Grund zur Besorgnis. Das Wachstum der Zähne kann sich zeitlich durchaus nach hinten oder vorn verschieben. Es ist extrem selten, dass im Kiefer keine Anlagen für Zähne vorhanden sind. Die ersten Zähnchen, die vorderen vier Schneidezähne, wachsen meist zwischen dem sechsten und achten Monat, unter Umständen auch später oder früher. Sind Sie trotzdem beunruhigt, bringen Sie Ihr Kind auch ruhig zusätzlich zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mit in unsere Praxis. Wir können feststellen, ob das Gebiss vollständig ist und die Zähne an der richtigen Position erschienen sind.
- Kann ich mein Kind mit Karies anstecken?
- Ja, Kleinkinder infizieren sich in den meisten Fällen im Alter von 1 bis 2 Jahren über den Speichelkontakt mit der Mutter oder einer anderen nahen Bezugsperson mit Kariesbakterien. Dies geschieht zum Beispiel, wenn die Mutter den Löffel oder Schnuller des Säuglings in den Mund nimmt. Lassen Sie sich am besten vor der Geburt Ihres Kindes untersuchen und zum Beispiel eine eventuell vorhandene Karies behandeln.
- Ist Daumenlutschen schädlich für die Zähne?
- Bei Babys ist dieser Saugreflex normal, bei älteren Kindern kann diese Angewohnheit jedoch zu Fehlstellungen der Zähne führen. Hervorstehende Frontzähne oder ein Überbiss können die Folge sein. Fragen Sie Ihren Kinderarzt danach, wie Sie Ihrem Kind das Daumenlutschen schrittweise und mit modernen Erziehungsmethoden abgewöhnen können.
Die richtige Kinderzahnbürste – unsere Checkliste:
Ab einem Alter von drei bis vier Jahren kann Ihr Kind seine Zahnbürste selbst benutzen. Es gibt spezielle Kinderzahnbürsten, die für Kinder leicht zu handhaben sind. So sind sie bei ihrer Mundhygiene motivierter. Denken Sie beim Putzen bitte daran, etwa bis zum Schuleintritt Ihres Kindes regelmäßig zu kontrollieren und auch nachzuputzen.
Ob Ihr Kind besser mit einer elektrischen oder einer manuellen Zahnbürste umgehen kann, stellen Sie oder es selbst meist schnell fest, generell sind beide Varianten gut geeignet. Bei elektrischen Kinderzahnbürsten gibt es Modelle, die Musik erklingen lassen. Das kann für das spielerische Einüben des Putzens und die Motivation Ihres Kindes hilfreich sein.
Achten Sie bei der Kinderzahnbürste auf folgende Dinge:
- Die Borsten müssen abgerundet sein. Sie können es mit bloßem Auge zwar nicht erkennen – aber die gängigen Markenzahnbürsten für Kinder weisen in aller Regel abgerundete Borsten auf.
- Kleiner Bürstenkopf: Damit kann Ihr Kind seine Backenzähne hinten im Mundraum leichter erreichen. Das ist wichtig, weil sich gerade dort häufig Karies entwickelt. Und: Die ersten bleibenden Zähne, die durchbrechen, sind die Backenzähne hinter den Milchbackenzähnen. Oft hat Ihr Kind noch gar nicht bemerkt, dass es bereits die ersten richtigen Zähne hat. Wird das Putzen bei den hinteren Zähnen vernachlässigt, trifft Karies oft die ersten bleibenden Backenzähne.
- Dicker Griff und „Rutschbremse“: Für eine kleine Kinderhand ist es einfacher, eine Bürste mit dickem Griff zu umfassen. Besitzt dieser auch noch eine Riffelung, kann sie beim Putzen nicht so leicht weggleiten.
- Die Zahnbürste sollte gut nachgeben, damit Ihr Kind nicht zu fest auf das Zahnfleisch drückt. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es genügt, die Zähne und das Zahnfleisch mit leichtem Druck zu „massieren“.
- Achten Sie auf Kunststoffborsten. Naturborsten sind anfällig dafür, dass sich Bakterien anheften und vermehren. Unter dem Mikroskop könnten Sie sehen, dass solche Borsten im Gegensatz zu Kunststoffborsten eine raue Oberfläche haben, auf der sich Bakterien leichter festsetzen.
- Wechseln Sie die Zahnbürste alle vier bis acht Wochen aus.
Kinderzahnpasta
Mit ca. zwei bis drei Jahren können Sie damit beginnen, Ihrem Kind das eigenständige Zähneputzen zu erklären und es mit ihm einzuüben. Kaufen Sie eine spezielle Kinderzahncreme. Sie enthält die richtige Menge Fluorid. Fluorid ist zwar generell wichtig für den Aufbau unserer Zähne, aber eine zu hohe Menge kann auf lange Sicht schädlich sein und zum Beispiel zu weißen Flecken auf den Zähnen führen.
Da die Kinder beim Zähneputzen oft ein wenig Zahnpasta verschlucken, empfehlen Experten einen Fluoridgehalt von 500 ppm. Erwachsenenzahnpasta ist für Kinder ungeeignet, da sie normalerweise dreimal so viel Fluorid enthält. Achten Sie also beim Kauf der Kinderzahnpasta darauf, die entsprechende Angabe finden Sie auf der Tube.
Ab dem sechsten Lebensjahr sind Kinder in der Regel in der Lage, die Zahnpasta vollständig auszuspucken und können daher eine Pasta mit normalem Fluoridgehalt (1000 bis 1500 ppm bzw. 0,1 bis 0,15 Prozent) benutzen. Vielen Kindern ist der Geschmack der gängigen Erwachsenen-Zahnpasten noch zu scharf. Probieren Sie mit Ihrem Kind aus, welche es mag.
Das richtige Zähneputzen
Wichtig ist, dass sich Ihr Kind früh an die Mundhygiene gewöhnt. So achtet es später meist von ganz allein darauf und fasst die eigene Zahnpflege als etwas Selbstverständliches auf.
Ab einem Alter von drei Jahren kann Ihr Kind zwar damit beginnen, seine Zähne selbst zu putzen, allerdings können Kinder erst dann selbstständig putzen, wenn sie flüssig schreiben gelernt haben. Putzen Sie bis dahin also noch nach. Auch später, wenn Ihr Kind seine Zähne selbst putzen kann, sollten Sie weiterhin darauf achten, ob es dies mit einer korrekten Putztechnik und sorgfältig tut.
Wichtig: Festes Schrubben, so wie es früher oft gezeigt wurde, ist eher schädlich, vor allem für das Zahnfleisch. Erklären Sie Ihrem Kind, dass beim Zähneputzen ein leichter Druck zum Entfernen der eher weichen Zahnbeläge ausreicht.
KAI – das Zahnputzschema für Kinder
Das KAI-Schema ist ideal geeignet für Klein-, Vorschul- und Grundschulkinder, weil es einfach zu erlernen ist und den Kleinen keine komplizierten motorischen Fähigkeiten abverlangt. „K, A, I“ steht für „Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen“ und weist auf die Reihenfolge beim Putzen hin. Es geht vor allem darum, dass sich Kinder ein festes Schema einprägen und keinen Bereich vergessen.
Die einzelnen Schritte:
- Zunächst die Kauflächen oben und unten, rechts und links reinigen. Dabei die Bürste horizontal hin und her bewegen.
- Putzen der Außenflächen: Dazu die Zähne aufeinanderbeißen, die Bürste hinten ansetzen und in großen Kreisen Abschnitt für Abschnitt nach vorn in Richtung der Schneidezähne putzen.
- Die Außenseite der Schneidezähne putzen (oben und unten).
- Nun die Innenflächen der Zähne reinigen, und zwar mit kleinen Kreisen oder mit einer Auswischbewegung von rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zahnkronen). Dabei ebenso wie außen systematisch vorgehen, damit nichts ausgelassen wird.
- Achten Sie auch auf die Rückseiten der Schneidezähne.
Was können Sie tun, um Ihr Kind zum Zähneputzen zu motivieren?
Bauen Sie das Zähneputzen als Selbstverständlichkeit in den Tagesablauf ein. Ihr Kind sollte auch beispielsweise nicht zu müde sein, wenn Sie am Abend mit dem Zahnputzritual beginnen. Sonst hat es noch weniger Lust dazu.
Putzen Sie jeden Morgen und jeden Abend Ihre eigenen Zähne, wenn Ihr Kind dabei ist. Dann sieht Ihr Kind, dass Sie mit gutem Beispiel vorangehen und es auch für Sie etwas Selbstverständliches ist. Lassen Sie Ihr Kind auch einmal Ihre Zähne putzen.
Binden Sie Musik und schöne Geschichten in das Zahnputzritual mit ein. CDs mit Zahnputzliedern, elektrische Zahnbürsten, die Musik ertönen lassen und Kinderbücher übers Zähneputzen können Ihr Kind zum Putzen animieren.